Elektrik

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Weichenantriebe


Im Bahnhof Schöningen-Süd gab es ausschließlich ortsgestellte Weichen; zur Sicherung der beiden möglichen Fahrstraßen konnten einige Weichen geriegelt werden. Um dies auch im Modell umsetzen zu können, wurden für die betreffenden Weichen elektrische Antriebe vorgesehen. Auf Grund der positiven Erfahrungen beim FREMO-Modul Hornhausen wurden die Antriebe von NMW eingebaut. Diese sind zwar etwas kostenintensiver, bieten dafür aber entscheidende Vorteile:

Unter dem Modul wurden mit lösemittelfreiem Montagekleber Holzbrettchen befestigt, in die kleine Stehbolzen eingelassen waren. Mittels M3-Schrauben wurden die NMW-Antriebe dann auf diesen Holzbrettchen montiert.

Für die Bedienung der Weichen und Gleissperren, die nicht in die Riegelleitung einbezogen waren, wurden händisch zu bedienende Stellvorrichtungen verwendet, die dem Konstruktionsprinzip der NMW-Antriebe folgten. Die Bedienung dieser Weichenantriebe erfolgte über Bauteile von outbus, wobei erforderlichenfalls über entsprechende Schlösser eine Schlüsselabhängigkeit hergestellt werden konnte.


Ein NMW-Antrieb Ein NMW-Antrieb
Ein NMW-Antrieb Ein dem NMW-Antrieb nachempfundener mechanischer Antrieb
Stellvorrichtung für einen mechanischen Antrieb Stellvorrichtung mit Schloß

Modell-Stellpult für Schöningen-Süd


Der Gleisplan des Bahnhofs Schöningen-Süd

Beim Vorbild konnten im Bahnhof Schöningen-Süd zur Sicherung der Fahrstraße A (Einfahrt aus Richtung Oschersleben, von links unten) und der Fahrstraße B (Einfahrt aus der Richtung Braunschweig, von links) die in den Fahrstraßen liegenden Weichen 1a/b und 1c/d (DKW), die Weichen 2 und 3 (Doppelweiche) und die Weiche 4 geriegelt und damit gegen das Umstellen gesichert werden. Die in der Fahrstraße B liegende Weiche 6 war durch einen Handverschluß gesichert. In das Kurbelwerk, das sich in der am Bahnübergang liegenden Schrankenbude befand, waren auch die Einfahrsignale A und B einbezogen. Da das Modell zeitlich im Jahr 1962 angesiedelt ist, war in Folge der deutschen Teilung keine Einfahrt mehr aus Richtung Oschersleben möglich. Stattdessen konnte aus Richtung Braunschweig in das Gleis 1 (Fahrstraße A) oder das Gleis 2 (Fahrstraße B) eingefahren werden. Der Prozeß der Sicherung der Fahrstraßen durch Verriegelung der Weichen sollte auch im Modell nachempfunden werden, ohne ein Kurbelwerk sklavisch nachzubauen.

Die Idee zur Umsetzung ins Modell basiert darauf, die Stellung der in der jeweiligen Fahrstraße befindlichen Weichen abzufragen und diese Information so aufzubereiten, daß bei richtiger Stellung die Weichen gegen Bedienung gesichert werden.

Die geriegelten Weichen werden durch motorische NMW-Antriebe gestellt; die Antriebe verfügen über freie Rückmeldekontakte, die zur Abfrage der Weichenstellung herangezogen wurden.

Zur Verriegelung der Weichen 1a/b und 1c/d (DKW), der Weichen 2 und 3 (Doppelweiche) sowie der Weiche 4 wurden die Stellvorrichtungen von den outbus-Werken geeignet ergänzt. Nach einigen Versuchen hat sich hierfür ein Weichenantrieb vom Typ MP5 der tschechischen Firma MTB-Modell als geeignet erwiesen. Der am MTB-Weichenantrieb befindliche Schieber wurde um eine Sperrzunge ergänzt. Auf der Stellstange der outbus-Stellvorrichtung wurde eine zusätzliche Lüsterklemme montiert, die mit einer Aussparung versehen wurde. Sofern sich die Weiche in der zu verriegelnden Position befindet, kann der Weichenantrieb aktiviert werden: die Sperrzunge fährt in Aussparung der Lüsterklemme und verhindert so eine weitere Bedienung der betreffenden Stellvorrichtung. Eine zweifarbige LED auf der Bedienseite kennzeichnet den Zustand "nicht geriegelt" bzw. "geriegelt" und signalisiert damit die verriegelte Stellvorrichtung. Die nachfolgenden Bilder verdeutlichenen den Prozeß der Verriegelung.

Die Stellvorrichtung für die Doppelweiche 2/3 in nicht geriegelter Position. Die Stellvorrichtung für die Doppelweiche 2/3 in geriegelter Position.
Die Stellvorrichtung für die Doppelweiche 2/3 in nicht geriegelter Position. Die Stellvorrichtung für die Doppelweiche 2/3 in geriegelter Position.

Die Verknüpfung der Weichenstellung mit der Verriegelung der Stellvorrichtungen sollte ursprünglich mit Relais umgesetzt werden, entsprechende Schaltungen waren bereits konzipiert. Heutzutage sind Relais mit der erforderlichen Kontaktanzahl nicht (oder nur schwer) zu er­werben. Auf Anregung des FREMO-Stammtisches Hannover hin wurde an Stelle der Relais ein Microcontroller (Arduino Uno) eingesetzt, der die Stelllagen der Weichen abfragt. Sofern entsprechende Taster gedrückt werden, werden entsprechende Signa­le (+5V) an Relaisplatinen gesendet, die dann die Ansteuerung der Verriegelungsvorrichtungen, des Einfahrsignals und der Schrankenanlage bewirken. Die Taster sind mit LED bestückt, die zur Rückmeldung des jeweiligen Status herangezogen werden.

Die Bedienung des Stellpults erfolgt grundsätzlich über zwei Taster: zur Auslösung eines Stellvorgangs müssen der Gruppentaster und einer der Bedientaster gleichzei­tig gedrückt werden. In der Grundstellung sind die Fahrstraße A und die Fahr­straße B nicht verriegelt, die Schranken sind geschlossen und das Einfahrsignal zeigt Hp0. Das im Arduino hinterlegte Programm stellt sicher, daß die in der Fahrstraße A bzw. din der Fahrstraße B befindlichen Weichen nur dann verriegelt werden können, wenn sie in der jeweils richtigen Stellung liegen. Die erfolgte Verriegelung wird am betreffenden LED-Taster angezeigt. Das Ein­fahrsignal kann nur dann auf Hp1 gestellt werden, wenn die Fahrstraße zuvor verrie­gelt wurde; die Signalstellung (Hp0/Hp1) wird ebenfalls an dem betreffenden LED-Taster ange­zeigt. Das Einfahrsignal kann jederzeit auf Hp0 gestellt werden. Die Fahrstraße kann jrdoch nur dann aufgelöst werden, wenn das Einfahrsignal zuvor auf Hp0 gestellt wurde. Die Verriegelung der Weichen wird an den Seitenwänden der Modulkästen dadurch gekennzeichnet, daß an den betreffenden Stellvorrichtungen die LED von "grün" auf "rot" wechselt. Die Schrankenanlage ist nicht in die Verriegelung eingebunden; die Stellung (geöffnet/geschlossen) wird jedoch an den LED-Tastern angezeigt.

Relaisplatine Testweiser Aufbau der Schaltung

Im linken Bild ist der auf einer Steckplatine realisierte Testaufbau mit dem Arduino zu erkennen, der zur Erprobung des Programms diente. Auf der rechten Abbildung ist beispielhaft die Relaisplatine abgebildet, die die Steuerung der DKW (Weichen 1a/b und 1c/d) übernimmt und in das Modul "b" eingebaut wurde.

Modul b Modul c

Abgebildet sind die Verdrahtungen in den Modulen "b" und "c". Zusätzlich eingebaut wurden die Relaisplatinen zur Ansteuerung der Verriegelungsmotoren und die um die Verriegelungsmotoren ergänzten Handstellvorrichtungen. Die Versorgung der Schrankenanlage erfolgt über zwei Spannungsregler, so daß die Geschwindigkeit für jeden Schrankenbaum individuell eingestellt werden kann.

Verdrahtung innerhalb des Stellpults Bedienoberfläche des Stellpults

Abgebildet ist zum einen die Verdrahtung innerhalb des Stellpults, zum anderen die Bedienoberfläche (Stellprobe).

Stellpult vor dem Modul Bild noch nicht vorhanden

Zur Bedienung kann das Stellpult vor den Modulen auf einem Stehpult aufgebaut werden. Rechts ist die vollständig ausgerüstete Bedienfläche mit Schlüsselhalter und Gleisplan zu erkennen. Die beiden rot beleuchteten LED-Taster signalisieren, daß die Fahrstraße A verriegelt und das Einfahrsignal noch nicht gezogen ist. Der grün beleuchtete LED-Taster weist auf den geschlossenen Bahnübergang hin.

Stellpult vor dem Modul Bild noch nicht vorhanden

Der Schlüsselhalter wurde von den outbus Werken bezogen und beherbergt die Schlüssel der Handverschlüsse (Weiche W6, Gleissperren T1, SI und SII). Eine rote Fläche signalisiert, daß ein Schlüssel (hier für die Gleissperre T1) fehlt und sich die Weichen des Bahnhofs nicht in Grundstellung befinden.

Blick auf das Stellpult nach dem Umbau Bild noch nicht vorhanden

Die Spannungsversorgung für den Bahnhof Schöningen-Süd wurde auf einem Trafo-Brett zusammengefaßt. Nach einem kleinen Umbau sind auf dem Brett die Mini-Box (Zentrale), der Tams-Booster, der PiLocoBuffer (Schnittstelle zu den WiFREDs), der Trafo für den Tams-Booster und ein Labornetzteil (Versorgung der Weichenantriebe, der Schrankenanlage und der Verriegelungsmotoren) vereinigt. Damit sich Mitspieler bereits vor einem FREMO-Treffen mit der Bedienung des Stellpults vertraut machen können, wurde das Bahnhofsdatenblatt um eine Bedienungsanleitung ergänzt.

Verkabelung


Die Verkabelung innerhalb eines Moduls bzw. innerhalb einer Modulgruppe übernimmt zwei Aufgaben:

Ein geringer ohmscher Widerstand der Kabel ist eminent wichtig, d.h. es sollten nur Kabel mit einer kurzen Länge und mit einem großen Querschnitt verwendet werden. Bei der Auswahl des Kabelquerschnitts hat der Spruch "viel hilft viel" zwar seine Berechtigung, aber es sollte auch beachtet werden, daß in die 4 mm-Büschelstecker, die (zumindest entsprechend der H0-Norm) zur Verbindung der einzelnen Module verwendet werden müssen, Kabel mit einem Querschnitt von maximal 2,5 mm² eingeführt und darin sicher befestigt werden können. Damit sind Kabelquerschnitte von 2,5 mm² optimal für den Modulbau. Zum Anschluß der Gleise haben sich dünne Litzen bewährt, die von unten an die Schienenprofile gelötet werden. Die Querschnitte dieser Modellbahnlitzen betragen üblicherweise mindestens 0,14 mm². Um den ohmschen Widerstand der gesamten Verkabelung gering zu halten, sollten die Längen dieser Litzen möglichst kurz gewählt werden.

Die Übergangswiderstände der Löt- und Steckverbindungen sind gering zu halten. Dies gelingt u.a. dadurch, daß unter dem einzelnen Modul bzw. Segment eine Stamm- / Sammelleitung verlegt wird, von der aus über Stichleitungen die einzelnen Gleise versorgt werden. Zur Verbindung der einzelnen Kabelabschnitte kann auf Erfahrungen aus der industriellen Fertigung zurück gegriffen werden, wo sich mittlerweile die Klemmtechnik gegenüber der Lötverbindung durchgesetzt hat. Von der Firma WAGO wird unter der Bezeichnung "Typ 236" eine anreihbare Klemme angeboten, die zum Anschluß von Kabeln an Leiterplatten entwickelt wurde. Die Klemme kann mit einem Betätigungswerkzeug, aber auch einem als Hebel eingesetzten Schraubendreher bedient werden. Für die Klemme spricht ferner, daß die Einzelklemmen in beliebiger Anzahl aneinander gereiht werden können, wobei eine spezielle Abschlußplatte die letzte offene Klemme abdeckt. Unter Verwendung von Streifenleiterplatten können so Verteilerleisten gebildet werden.

Für das Modul "Schöningen-Süd" wurden die Anschlüsse für die rechte und für die linke Schiene jeweils gruppenweise auf einem Leiterplattenabschnitt zusammengefaßt und farblich (blau / rot) gekennzeichnet. Zum Anschluß der Herzstücke (grün gekennzeichnet) gibt es erforderlichenfalls eine weitere Gruppe.

Die Klemme Typ 236 kann natürlich auch zur Verbindung der Stichleitungen mit der Sammelleitung eingesetzt werden. Da beim Modul "Schöningen-Süd" ein Teil der Kabel in einem Kabelkanal verlegt werden sollte und der Platz etwas beengt war, wurde hierfür alternativ die WAGO-Klemme Typ 222 eingesetzt.


Einzelne WAGO-Klemmen Typ 236 Eine Verteilerleiste von oben
Eine Verteilerleiste von unten Serienproduktion
Einzelne WAGO-Klemmen Typ 222 WAGO-Klemmen im Kabelkanal

Verkabelung der Weiche 7 Verkabelung der Weiche S2
Verkabelung von Weichen Verkabelung von Gleisen

Verkabelung des Segments 6659a Verkabelung des Segments 6659b

Verkabelung des Segments 6659a

Verkabelung des Segments 6659b

Verkabelung des Segments 6659c Verkabelung des Segments 6659d

Verkabelung des Segments 6659c

Verkabelung des Segments 6659d

Verkabelung des Segments 6659e Verkabelung des Segments 6659f

Verkabelung des Segments 6659e

Verkabelung des Segments 6659f


Intellibox als Zentrale


Intellibox von vorne / oben Intellibox von hinten
RSCLD Spax-Booster

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